Es war ein kalter
Winterabend, der
erste Schnee lag immer noch auf den Straßen und bei uns zuhause
war es auch
kalt, da wir die Kamintüre aufgemacht und kein Feuer
angezündet hatten. Mein
Kollege Larsen meinte, auf diese Weise wären wir am besten
vorbereitet, für das
was kommen würde. So saßen wir zu zweit im Dunkeln, froren
und warteten. Die
Familie war schon ins Bett gegangen nachdem wir gefeiert hatten und
jetzt, um
zwei Uhr nachts, sollten sie alle tief und fest schlafen. Auch ich und
Larsen
hielten uns nur mit Mühe wach.
„Psst! Ruhe!“ flüsterte mir
Larsen zu wodurch
er mich weckte. Anscheinend war ich in einen Halbschlaf gefallen und
habe
geschnarcht. „Ich glaube, ich habe ein Geräusch gehört.“,
sagte er.
Was jetzt folgte war kein
leises
Geräusch, dass man gerade noch hören konnte, nein, es war ein
unüberhörbares
poltern, dass vom Schornstein kam. „Plumps“ machte es und wir waren
plötzlich
drei in der Stube, was der Neuankömmling aber nicht wusste, bevor
Larsen das
Licht anmachte. „Hände hoch!“ sagte er ernst und richtete den
Revolver auf den
Fremden. Dieser hob langsam die Hände hoch und der
Sack, den er auf dem Rücken trug, fiel auf den Boden und wir
hörten wie Glas zersplitterte.
Nun
bemerkte ich, dass die Kleidung, die der Fremde trug, nicht ganz
schwarz war,
wie man es nach einem Rutsch durch den Schornstein erwartete, sondern
so
aussah, als ob er gerade zur Tür hereingekommen war. Das Gesicht
deutete auf
einen Mann im hohen Alter hin, da er buschige weiße Augenbrauen
und einen
langen weißen Bart hatte. Nicht ein klassischer Verbrecher, auch
schon weil er
einen roten Mantel trug.
„Na, dann wollen wir mal gucken, was
Sie in
diesem großen, vollen Sack haben!“ sagte Larsen. „Aha, diese
Schachtel kann man
ja schon mal als Beweismittel A bezeichnen!“ Er hob eine schöne
Schachtel
heraus. Ich sah ebenfalls in den Sack: „ Ähm, Herr Larsen, aber in
diesem Sack
ist nichts aus meinem Haus geklaut!“
„Ob er das von seinem letzten
Einbruch
mitgenommen hatte, ist doch egal,“ erwiederte der Kriminalpolizist,
„Das
wichtigste ist, dass wir ihn jetzt auf frischer Tat ertappt haben.“
Diese Worte weckten den alten Mann aus
seiner Sprachlosigkeit. Plötzlich fegte die ganze Asche vom
Schornstein durch
das Zimmer, sodass wir nichts sehen konnten und als sich das legte, war
der
Mann verschwunden.
Schnell
griff Larsen sein Funkgerät und brüllte einen Befehl hinein.
Draussen stand ein
Dienstwagen und die Polizisten die darin saßen, antworteten nur:
„ Nein, wir
haben noch niemanden gesehen.“
„IDIOTEN!“ schrie Larsen, „er war
hier und
ist wieder abgehauen! Er kam durch den Schornstein. Habt ihr denn nicht
wenigstens den Wagen gesehen, in dem er geflüchtet ist?“
„Na, wenn sie es grad so sagen…ja.“
sagte der
Polizist.
„Gut, los, holt es ein und stoppt
es. Welches
Kennzeichen hat es?“
„Nnnnneun,“ sagte der Polizist.
„Neun, ja, und weiter? Sagt nur,
dass ihr das
Nummernschild nicht seht, da das Auto kein Licht hat.“
„Das stimmt, Herr Kriminalassistent,
es hat
kein Licht, aber ….“
„Gut, noch ein Anklagepunkt.“ sagte
Larsen
erleichtert.
„Na, das ist vielleicht ein
unbedeutender
Anklagepunkt.“ sagte der Polizist, „das Gefährt benötigt
nicht die
vorgeschriebenen Straßen.“
„Habe ich jetzt notiert, aber jetzt
sollten
Sie ihn doch bald eingeholt haben und dann geben Sie mir das
Kennzeichen
durch.“
„Unmöglich, wir verfolgen ihn
doch gar nicht!
Die Neun, das war, wenn ich das mal so sagen dürfte, das waren ….“
„WAS?“ brüllte Larsen und
weckte den Rest
meiner Familie.
„Lassen sie mich mal aussprechen. Es
waren
neun Rentiere, die einen Schlitten zogen, in dem ein komischer alter
Typ saß
und er fuhr nicht, er flog! Wir haben gesehen, dass es sich um einen
alten Mann
handelt mit weißem Bart, rotem Mantel und einer roten
Nikolausmütze. Ach du
heiliger Strohsack! Das ich das mal erleben sollte! Ich glaube
wirklich, dass
Sie gerade eben versucht haben, den Weihnachtsmann zu verhaften!“sagte
der
Polizist.
Ich
weiß nicht ob es wahr war. Ich weiß nur, dass der alte Mann
entfloh und den
Sack mitgenommen hatte. Und dieses Jahr bekamen wir keine
Weihnachtsgeschenke.
Lörrach, den
15.12.2001 (übersetzt
auf Deutsch von Alexandra
Schou)